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Kommunikative Beziehungen sind nicht alles! – Aber ohne kommunikative Beziehungen ist alles nichts!

Über die Bedeutsamkeit einer guten kommunikativen Beziehung zwischen Eltern und ihrem gehörlosen/schwerhörigen Kind

Manfred Hintermair

Kommunikation beginnt mit dem Tag, an dem das Kind das Licht der Welt erblickt.Wenn hörende Eltern erfahren haben, dass ihr Kind gehörlos oder schwerhörig ist, dann ist das für sie in aller Regel eine schwierige emotionale Situation, die bewältigt werden muss (vgl. Hintermair S. 8, in diesem Ratgeber). Sie fragen sich, wie es weitergehen soll in einer Situation, auf die sie nicht vorbereitet waren: Wie soll ich das schaffen, wenn ich doch keine Ahnung von Hörschädigung habe? Wird sich mein Kind gut entwickeln können? Welche Schule wird es besuchen können/müssen? Welche weiterführenden Bildungsmöglichkeiten gibt es? Was kann mein Kind mit seiner Hörbehinderung alles nicht machen und was für Einschränkungen in seiner Lebensführung sind damit verbunden? Wird es ein zufriedenstellendes Leben führen können? Bleiben wir eine normale Familie? Fragen über Fragen…

Die Eltern müssen aber nicht nur emotional wieder „in die Spur kommen“ und ihre Lebenspläne „neu sortieren“. Mindestens genauso herausfordernd für sie ist die Tatsache, dass die Hörbehinderung ihres Kindes den Familienalltag einschneidend verändert: Die unmittelbarste und größte Herausforderung für die Eltern ist, wie sie mit ihrem Kind kommunizieren können, wenn dieses Kind doch nicht oder nur eingeschränkt hören kann.

Kommunikation beginnt mit dem Tag, an dem das Kind das Licht der Welt erblickt. Man kann sehr schön beobachten, dass Eltern sofort nach der Geburt anfangen, mit ihrem Kind zu „sprechen“, obwohl dieses kleine Wesen das alles noch nicht verstehen kann. Warum tun sie das dann? Sie tun es, weil sie damit anfangen, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen und gleichzeitig ihr Kind in die Welt, die es umgibt, einzuführen. Das ist in vergleichbarer (nicht in gleicher!) Weise möglich, wenn das Kind gehörlos oder schwerhörig ist.

Was ganz am Anfang wichtig ist!

Die für ein Kind besonders wichtigen Erfahrungen in den ersten Lebensmonaten haben unmittelbar mit dem Hören/Nicht-Hören noch gar nicht so viel zu tun, aber sehr viel mit Interaktion und Kommunikation. Diese Erfahrungen stellen ganz wichtige Weichen für die spätere Zukunft und Entwicklung des Kindes. Was kleine Kinder in diesen ersten Monaten des Lebens vor allem brauchen (egal ob sie hören oder nicht hören), ist das Gefühl von Geborgenheit und emotionaler Sicherheit. Das Kind muss erleben können, dass jemand für es da ist, der sich liebevoll und verlässlich kümmert. Es ist also von großer Bedeutung, dass Eltern in der Lage sind, die Signale und damit Bedürfnisse ihres Kindes wahrzunehmen, also zu spüren, was das Kind will oder braucht (man sagt dann, die Eltern sind sensitiv). Sie müssen außerdem auch Antworten bereithalten, die das Kind beruhigen, die ihm Freude machen oder die es satt machen (man sagt dann, die Eltern sind responsiv). Die Qualität der Beziehung zwischen Eltern und ihrem Kind ist hier das Entscheidende, nicht das Funktionieren aller Sinne. Dass das auch mit einem Sinn weniger gut gelingen kann, zeigen uns gehörlose Eltern mit ihren gehörlosen Kindern, die ihren Kindern genauso gute Eltern sein können wie hörende Eltern. Alle Eltern verfügen in der Regel intuitiv über diese Kompetenzen, die im ersten Lebensjahr wichtig sind und sie müssen auch nicht groß darüber nachdenken oder gar lernen, was wann und wie in welcher Situation zu machen ist. Hanus und Mechthild Papousek, zwei sehr bekannte Wissenschaftler im Bereich der frühen Eltern-Kind-Beziehung, haben viel darüber geforscht und den Begriff des „intuitiven Elternseins“ geprägt. Damit ist gemeint, dass Eltern – etwas salopp gesprochen – „instinktiv wissen“, was ihr Kind braucht.

Das Problem, das bei hörenden Eltern mit gehörlosen/schwerhörigen Kindern auftreten kann ist, dass sie nach der Diagnosestellung oft glauben, sie könnten aufgrund ihres Nichtwissens über Hörschädigung jetzt nicht mehr das Richtige für ihr Kind tun und müssten praktisch alles sozusagen neu lernen. Genau das aber stimmt so nicht! Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Eltern hörgeschädigter Kinder (vor allem dann, wenn sie nach der Diagnosestellung möglichst schnell in gute Frühförderprogramme kommen, die sie und ihre Kinder in ihren natürlichen Kompetenzen stärken), in der Lage sind, ihr Verhalten dem gehörlosen/schwerhörigen Kind gegenüber so anzupassen, dass dies der Beziehung gut tut: Die Eltern achten dann z.B. mehr auf visuelle und taktile Möglichkeiten im Kontakt mit ihrem Kind, sie nutzen die eigene Mimik intensiver und sie achten vermehrt darauf, ihr Kind erst dann anzusprechen, wenn sie sicher sind, dass das Kind auch aufmerksam ist. Eltern können das durch behutsame, differenzierte Begleitung und Unterstützung in ihrem Alltag lernen. Es geht also in dieser frühen Phase der kindlichen Entwicklung weniger um Entwicklungsförderung des Kindes (hören lernen, sprechen lernen) als um Unterstützung und Begleitung der Beziehungsgestaltung zwischen Eltern und Kind.

Dass diese Beziehungsgestaltung Bedeutung für die kindliche Entwicklung hat, zeigen weitere Untersuchungen: Hörgeschädigte Kinder, deren Eltern im ersten Lebensjahr besonders feinfühlig, liebevoll und zugewandt im Umgang mit ihnen waren, zeigten im Alter zwischen zwei und drei Jahren eine deutlich bessere sprachliche und sozial-emotionale Entwicklung. Wir sehen also: Die Basis für eine gute kommunikative und sprachliche Entwicklung des Kindes wird bereits im ersten Lebensjahr gelegt, auch wenn da andere Dinge der kindlichen Entwicklung im Mittelpunkt stehen.

Wichtig ist im ersten Lebensjahr, dass Eltern darin bestärkt werden, ihre ganz natürlich vorhandenen Kompetenzen in der Beziehungsgestaltung wertzuschätzen und zu nutzen. Robert Pollard und Marie Rendon (1999), zwei Psychologen aus den USA mit Erfahrung in der therapeutischen Arbeit mit Hörgeschädigten und ihren Familien, haben deutlich gemacht, was Eltern von hörgeschädigten Kindern ganz am Anfang brauchen: Ihr Kompetenzgefühl muss aufgebaut werden und zwar nicht, „indem man ihnen viele spezielle Informationen für die Erziehung ihres Kindes gibt, sondern indem man ihnen zeigt, dass ihr eigenes Erziehungsgeschick zur Förderung einer gesunden Entwicklung ihres Kindes im wesentlichen ausreicht“ (S. 413f.).

Bei hörenden Eltern besteht die Gefahr, dass sie genau mit all den oben beschriebenen beziehungsstiftenden Verhaltensweisen, die für das Kind im ersten Lebensjahr so wichtig sind für seine Entwicklung, aufhören bzw. diese Verhaltensweisen weniger häufig äußern und dass sie zu wenig von außen darin bestärkt und unterstützt werden, dies vermehrt zu tun!

Was, wenn die Kinder älter werden?

Die Situation verändert sich, wenn das Kind älter wird und so um das erste Lebensjahr herum eine gemeinsame Sprache zwischen Eltern und Kind zunehmend wichtig wird für die weitere Entwicklung des Kindes und für die Gestaltung der familiären Beziehungen. Irgendwann reichen die intuitiven Kompetenzen – so wichtig sie als kommunikative Grundlage auch sind – nicht mehr aus, um die Befriedigung der Entwicklungsbedürfnisse des hörgeschädigten Kindes zu sichern. Eine gemeinsame Sprache ist das Tor zur Welt; Sprache macht es uns möglich, schnell neue Dinge kennenzulernen und uns auch mit verschiedenen Menschen darüber auszutauschen; wir lernen dadurch auch, dass verschiedene Menschen verschiedene Auffassungen zum gleichen Thema haben können und lernen somit, die Welt differenziert zu sehen. Über Sprache passiert das, was Siegmund Prillwitz (1995) einmal so anschaulich mit dem Begriff der „interaktiven Welterschließung“ beschrieben hat. Es geht bei Sprache nicht nur um den Aufbau von Wortschatz und um die Grammatik der deutschen Sprache (das zwar auch), sondern insbesondere darum, dass das Kind lernt, im Austausch mit seiner Umwelt sich und die Welt wahrzunehmen, zu erkennen, zu deuten, zu begreifen. So lassen sich auch die Inhalte und Werte unserer Kultur intensiv und tiefgehend nur über ein problemlos funktionierendes, jederzeit leicht zugängliches sprachliches Kommunikationsmittel erschließen.

Wie aber soll das bei einem hörgeschädigten Kind gelingen, bei dem genau diese sprachliche Erschließung der Welt gefährdet ist?

Alles hilft, was Kommunikation sichert!

Wenn über Kommunikation im Zusammenhang mit gehörlosen Menschen diskutiert wird, dann findet man sich meist sehr schnell in der Kontroverse „Gebärdensprache versus Lautsprache“ wieder. So werden auch Eltern von gehörlosen oder schwerhörigen Kindern mit dieser Frage früher oder später konfrontiert. Die Diskussion über diese Frage hat die Hörgeschädigtenpädagogik über viele Jahrhunderte beschäftigt, ohne dass man zu einer abschließenden Klärung gekommen wäre. Die wird es auch nicht geben und es muss sie auch nicht geben! Es geht vielmehr darum, zu schauen, wie die Möglichkeiten beider Sprachsysteme effektiv für die Entwicklung gehörloser und schwerhöriger Kinder genutzt werden können.

Es hat in den letzten Jahren enorme Entwicklungen im medizinischen, technischen und pädagogischen Bereich gegeben: Viele gehörlose und auch schwerhörige Kinder werden heute viel früher diagnostiziert (oft schon kurz nach der Geburt), die technischen Möglichkeiten sind deutlich besser geworden (leistungsstarke Hörgeräte, Cochlea-Implantate) und kommen viel früher zum Einsatz, die Beratung der Eltern sowie die Förderung der Kinder können heute viel früher beginnen und sind an einer ganzheitlichen Sichtweise des Kindes orientiert. Was wir dazu aktuell an Forschungsergebnissen vorliegen haben zeigt, dass die Entwicklungschancen für hörgeschädigte Kinder noch nie so gut waren wie heute! Gleichzeitig müssen wir aber auch feststellen, dass trotz dieser verbesserten Möglichkeiten nicht automatisch alle Probleme gelöst sind. So zeigen z.B. ebenso viele Forschungsergebnisse, dass sich gehörlose Kinder mit einem Cochlea-Implantat sehr unterschiedlich entwickeln und somit nicht alle Kinder in gleicher Weise davon profitieren. Diese Erkenntnisse führen letztendlich wieder zu der zentralen Frage zurück: Wie kann Kommunikation beim gehörlosen/schwerhörigen Kind gesichert werden? Welche sprachlichen Mittel brauchen wir dazu?

Die gute Botschaft lautet: Das einzige, was nach vorliegenden Forschungsergebnissen als gesichert gelten kann, ist, dass hörgeschädigte Kinder, die eine gut funktionierende Kommunikation mit ihren Familien haben, durchweg gute Fortschritte in allen Bereichen kindlicher Entwicklung zeigen (Marschark 2007, S. 5). Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Kommunikation in gesprochener Sprache, in gebärdeter Sprache oder auch in Mischformen aus Laut- und Gebärdensprache stattfindet, wichtig ist, dass die gewählte Form der Kommunikation für die Eltern und ihr hörgeschädigtes Kind passt.

Die „schlechte“ Botschaft lautet (aber vielleicht ist es auch eine gute): Es kann niemand zu Beginn der Reise zielsicher sagen, welche die „richtige“, die beste Form der Kommunikation für eine bestimmte Familie mit einem gehörlosen/schwerhörigen Kind ist, und so muss der Weg dahin von jeder Familie erarbeitet und selbst gefunden werden.

Eltern sollten bei dieser Suche zwei Dinge wissen (und sich nicht allzu sehr dadurch beunruhigen lassen):

  • Jede Familie, jedes gehörlose/schwerhörige Kind ist auf seine ganz eigene Weise anders. Egal, wofür Eltern sich in Bezug auf die Kommunikation entscheiden (ob sie nun mit ihrem Kind gebärden, ob sie es rein lautsprachlich erziehen oder eine Mischform bevorzugen), sie werden immer sofort jemanden finden können, der ihnen sagt, dass es auch anders möglich gewesen wäre, und der ihnen dafür ein erfolgreiches Beispiel zeigt, wie es auch anders hätte gehen können. Eltern sollten versuchen, damit zu leben (und sie sollten darin von außen bestärkt werden!), dass es viele Wege nach Rom gibt. Eltern sollten für sich prüfen, ob ihr Weg es ihnen (und vor allem ihrem Kind) ermöglicht, sich über die alltäglichen Dinge des Lebens auszutauschen, d.h. über „Gott und die Welt“ zu reden! Wenn das möglich ist, dann kann der Weg kein falscher sein, weil ein differenziertes Bild von der Welt sich nur im ebenso differenzierten kommunikativen Austausch entwickeln kann. Es gibt keine einzig richtige Antwort auf die Frage nach der richtigen Methode!
  • Im Bereich der Hörgeschädigtenpädagogik wird immer noch recht häufig mit „Meinungen“ oder „Glaubenshaltungen“ argumentiert und immer noch zu wenig mit Argumenten, die auf wissenschaftlichen Fakten basieren. Eine dieser Meinungen, die sich über die Jahrhunderte gehalten hat und von Generation zu Generation unwidersprochen und ungeprüft übernommen wurde, ist die, dass die Benutzung von Gebärdensprache die Entwicklung gesprochener Sprache beeinträchtigen oder gar verhindern würde. Das hat vielen Familien mit gehörlosen Kindern unnötig Angst gemacht und sie vom Kontakt mit Gebärdensprache ferngehalten. Wissenschaftlich liegt bislang kein Beleg vor, dass Gebärdensprache der lautsprachlichen Entwicklung schaden würde, eher zeigt sich, dass eine Reihe von gehörlosen Kindern erst über Gebärdensprache überhaupt einen Zugang zu Sprache gefunden hat. Damit wird nicht behauptet, dass jedes gehörlose Kind Gebärdensprache braucht, es wird aber behauptet, dass ein „offenes Visier“ in Bezug auf die zu wählende Sprache hilfreich ist! Sigrun Roßmanith hat einmal gesagt: „Zu oft wird bei der Anwendung von Therapiemethoden die individuelle Persönlichkeit des Menschen außer Acht gelassen ... und dabei übersehen, dass nicht für jeden die gleiche und nicht für alle eine einzige Behandlung richtig ist“ (Roßmanith 1997, S. 132). Es gilt also, individuelle Wege zu finden! In der Vielfalt liegt die Kraft!

Es kommt viel auf die Qualität der fachlichen Unterstützung an!

Um diesen individuellen Weg zu finden, der auf einer funktionierenden Eltern-Kind-Beziehung basiert und in eine gemeinsame Sprache für Eltern und Kind mündet, braucht es vor allem eine effektive Zusammenarbeit mit den Fachleuten. Erfahrungsberichte von Eltern hörgeschädigter Kinder zeigen, dass dies in vielen Fällen gut gelingt, es gibt aber auch immer wieder Beispiele dafür, dass diese Beziehung zu den Fachleuten nicht durchgehend ungetrübt ist. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Schwierig wird die Zusammenarbeit meist dann, wenn die Fachleute mit zu engen fachlichen Konzepten in die Beratung und Begleitung der Familien gehen, ohne zu wissen, ob ihre Beratungs- und Fördervorschläge in der jeweiligen Familie auch greifen bzw. mit dem Weltbild der Familie und den individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten der einzelnen Familienmitglieder in Einklang zu bringen sind.

Eine gemeinsame Sprache ist das Tor zur WeltFachleute sollten, bevor sie ihren Rucksack mit all den darin enthaltenen fachlichen Inhalten vor den Eltern ausbreiten, zunächst einmal hinhören und hinschauen, was die Eltern selbst für Vorstellungen und Wünsche haben und dann prüfen, welches Teil aus ihrem fachlichen Rucksack möglicherweise im Moment besonders hilfreich sein könnte; es kann auch sein, dass Eltern etwas wollen, was in dem fachlichen Rucksack noch gar nicht drin ist und vielleicht von woanders besorgt werden muss. Genauso wichtig ist es, das hörgeschädigte Kind genau zu beobachten und zu prüfen, auf welche Angebote es in besonderer Weise reagiert und sich öffnet (auch hörgeschädigte Kinder, so klein sie auch noch sein mögen, signalisieren sehr deutlich und klar, was sie brauchen, was ihnen guttut und was nicht). Kurzum: Lebensdienliche Beratungs- und Förderkonzepte für Familien mit hörgeschädigten Kindern lassen sich nur unter expliziter Berücksichtigung von Erfahrungen, Bedürfnissen, Möglichkeiten und Wünschen Betroffener gestalten (vgl. dazu ganz aktuell Tsirigotis & Hintermair 2010).

Die konzeptionelle Orientierung, die sich hinter dieser Haltung verbirgt, ist von der Idee des Empowermentgedankens geprägt. Empowerment meint „den Prozeß, innerhalb dessen Menschen sich ermutigt fühlen, ihre eigenen Angelegenheiten in die Hand zu nehmen, ihre eigenen Kräfte und Kompetenzen zu entdecken und ernst zu nehmen und den Wert selbst erarbeiteter Lösungen schätzen zu lernen“ (Keupp 1992, S. 149). Ein zentraler Aspekt einer daran ausgerichteten Pädagogik ist Konzeptoffenheit und Konzeptvielfalt.

Familien mit hörgeschädigten Kindern brauchen Fachkräfte, die neben ihrer fachlichen Kompetenz ein hohes Maß an Sensibilität, Reflexivität und Kooperationsbereitschaft mitbringen. Nur so lässt sich in Kooperation das „Päckchen“ schnüren, das für eine konkrete Familie in ihrer spezifischen Situation hilfreich ist, um ihre gemeinsamen kommunikativen Bedürfnisse befriedigen zu können.

 

Literatur:
Keupp, H. (1992): „Riskante Chancen aktueller gesellschaftlicher Umbrüche und ihre Bedeutung für den Behindertenbereich.“ In: Frühförderung interdisziplinär 13, 145-156.
Marschark, M. (2007): Raising and educating a deaf child.
Pollard, R. & Rendon, M. (1999): „Familien mit gehörlosen und hörenden Mitgliedern: Vorteile optimal nutzen und Risiken klein halten.“ In: Das Zeichen 49, 412-419.
Prillwitz, S. (1995): „Gebärdensprache in Erziehung und Bildung Gehörloser – Versuch einer Standortbestimmung.“ In Das Zeichen 32, 166-169.
Roßmanith, S. (1997): „Psycho.“ In: Volkshochschule Rudolfsheim-Fünfhaus – Bildungszentrum Aktiv (Hrsg.), Retro- und Perspektiven. Tagungsbericht zum 10. Steyrer Symposium vom 7.3.-9.3.1997 in Steyer, 131-147. (Eigenverlag).
Tsirigotis, C. & Hintermair, M. (Hrsg./2010): Die Stimme(n) von Betroffenen.

Verfasser:
Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych. Manfred Hintermair ist seit 1994 Hochschullehrer für Psychologie und Diagnostik bei hörgeschädigten Menschen an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte umfassen die sozial-emotionale Entwicklung und Identitätsentwicklung hörgeschädigter Menschen, familiäre Sozialisation im Kontext von Hörschädigung sowie die Lebenssituation mehrfachbehinderter hörgeschädigter Menschen.

 

Der komplette Artikel als PDF zum herunterladen .

Fotos: DGB/D. Blitz, E. Körschenhausen

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