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Infos_klarWas ist gehörlos?

Als gehörlos werden Personen bezeichnet, die hörbehindert sind und vorwiegend in Gebärdensprache kommunizieren. Wegen der Hörbehinderung können sie nur bedingt auf natürlichem Wege sprechen lernen. Für Außenstehende kann ihre Sprechweise daher oft fremd klingen und kann schwer zu verstehen sein.

Bei der Hörschädigung wird nach dem Grad des Hörverlustes unterschieden:

  • Taubheit: Der Hörverlust beträgt im Bereich zwischen 125 und 250 Hz mehr als 60 dB sowie mehr als 100 dB im übrigen Frequenzbereich.
  • hochgradige Schwerhörigkeit: Dieser Grad der Behinderung liegt vor, wenn der mittlere Hörverlust zwischen 70 und 100 dB beträgt. Bei Hörverlusten zwischen 85 und 100 dB spricht man auch von „Resthörigkeit“ oder „an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit“.
  • mittelgradige Schwerhörigkeit: In diesem Fall bewegt sich der Hörverlust zwischen 40 bis 70 dB. Hier ist die Möglichkeit zur Sprachaufnahme über das Ohr noch vorhanden, doch treten bei der Teilnahme an Gesprächen je nach Höhe des Hörverlustes Verständnisprobleme auf, die auch von modernen Hörgeräten nicht vollständig behoben werden können.
  • leichtgradige Schwerhörigkeit: Der Hörverlust im besseren Ohr beträgt im Hauptsprachbereich durchgehend 25 bis 40 dB. Die betroffene Person hat immer noch genug Hörvermögen, um Sprache über das Ohr aufzunehmen und einer normalen Unterhaltung bezogen auf das Verständnis zu folgen.


Gehörlose Menschen sind in der Regel hochgradig schwerhörig oder taub.

Das sogenannte „Mundablesen" führt häufig zu Missverständnissen, denn nur etwa 30% kann abgesehen, aber 70% muss erraten werden.

Untereinander verständigen sich Gehörlose in der Regel in der Deutschen Gebärdensprache, einem visuellen Sprachsystem mit eigener Grammatik. Die Gebärdensprache ermöglicht Gehörlosen eine entspannte und verlässliche Kommunikation. Diese Sprache ist aber noch mehr: Sie bildet die Grundlage einer eigenen Sprachgemeinschaft und Kultur, zu der sich auch Hörende, die die Gebärdensprache beherrschen, zugehörig fühlen. Der Deutsche Gehörlosen-Bund und seine Mitgliedsorganisationen verstehen sich auch als ein Forum für diese Gebärdensprachgemeinschaft.

Tipps für die Verständigung

Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden

Was können Gehörlose tun?

  • Informieren Sie den hörenden Gesprächspartner, z.B.: „Ich bin gehörlos, bitte sprechen Sie langsam und deutlich. Ich muß von den Lippen absehen."
  • Sprechen Sie selbst langsam und deutlich. Benutzen Sie Gestik und Gebärden. Sie sind damit auch Vorbild für Hörende.
  • Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben
  • Sagen Sie, was Sie verstanden haben

Was können Hörende tun?

  • Sehen Sie Gehörlose beim Sprechen an
  • Sprechen Sie langsam und deutlich – aber nicht laut
  • Benutzen Sie kurze, klare Sätze
  • Benutzen Sie eine deutliche Mimik und Gestik sowie natürliche Gebärden (z.B. für „essen" oder „schlafen")
  • Schreiben Sie wichtige Stichworte auf

Viele Volkshochschulen oder Gehörlosenvereine bieten Gebärdensprachkurse an.