Deutscher Gehrlosen-Bund e.V.
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Groartige, unvergessliche und erfahrungsreiche Ergebnisse der 3. Internationalen Konferenz des Weltverbandes der Gehrlosen, vom 8.-10. November 2017 in Budapest

01. Dezember 2017

Der Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V., Helmut Vogel, reiste zusammen mit der 1. Vizepräsidentin, Marietta Schuhmacher, und anderen deutschen Teilnehmern, am Mittwoch, den 8. November, morgens nach Budapest. Dort gab es im Novotel Budapest City Hotel zunächst ein freudiges Wiedersehen mit Daniel Büter, dem Referenten für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, der bereits am Sonntag, den 5. November, nach Budapest gereist ist, um an einer zweitägigen EUD-Vorstandssitzung teilzunehmen.

Am Anfang der Konferenz fand zunächst von 13-17 Uhr ein WFD-Workshop zum Thema inklusive Bildung statt. An diesem nahmen etwa 100 Personen aus 46 Ländern teil und es ging vor allem darum, wie der WFD und seine ordentlichen Mitglieder zusammenarbeiten können, um sicherzugehen, dass gehörlose Kinder nicht vernachlässigt werden, wenn sich die Regierungen der Länder inklusiven Bildungsformen zuwenden und unter Druck stehen Gehörlosenschulen zu schließen. Es sollte betrachtet werden, wie gemeinsame Positionen und juristische Strategien gegenüber Regierungen und anderen Behindertenorganisationen in diesem Kontext definiert werden können.

Insgesamt nahmen an der 3. Internationalen Konferenz, unter dem Motto „Volle Inklusion mit Gebärdensprache“, etwa 650 Personen aus 83 verschiedenen Ländern teil.
Alle Vorträge wurden in International Sign (IS), ungarische Gebärdensprache (HSL) sowie in englische und ungarische Lautsprache übersetzt.
Ziel der Konferenz war es, die Möglichkeit zu geben, sich voll und ganz zu beteiligen, sich auszutauschen und zu diskutieren, wie alle Teilnehmer ihre wichtige Arbeit zur Erreichung der Menschenrechte gehörloser Menschen, mit der UN-Behindertenrechtskonvention fortsetzen können. Das Thema der Konferenz war die Überzeugung, dass die vollständige soziale Teilhabe gehörloser Menschen möglich ist, wenn die Gebärdensprache in der Gesellschaft anerkannt und weit verbreitet ist.
Der ungarische Gehörlosen- und Schwerhörigenverband SINOSZ übernahm die Organisation in diesem Jahr und arbeitete eng mit dem WFD zusammen.

Nach dem Workshop wurden alle von 19-21 Uhr mit einem Willkommensempfang begrüßt und es konnte bei einem Glas Sekt oder einem Orangensaft die Gelegenheit genutzt werden, die anderen Teilnehmer kennenzulernen und sich auszutauschen.
Die für das Thema der Konferenz sehr inspirierende und weltweite Kampagne "Gebärdensprache fördert das Lesen und Schreiben" ist mit Gewinnpreisen von jeweils 25.000 Euro bis zu etwa 250.000 Euro ausgeschrieben und läuft noch bis Januar 2018.

Insbesondere weil von den schätzungsweise 32 Millionen gehörlosen Kindern auf der ganzen Welt nur 2 Prozent eine Ausbildung in Gebärdensprache erhalten, unterstützt der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. diese Idee. Die Kampagne zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Weltverband der Gehörlosen und dem Weltverband der Gebärdensprachdolmetscher/innen (WASLI) vorbildlich umgesetzt wird. Es wird auch zur finanziellen Unterstützung des WFD für die menschenrechtspolitische Arbeit aufgerufen.

Am Donnerstag, den 9. November, wurde der Tag mit einer Eröffnungszeremonie begonnen, bei der einige wichtige Personen, unter anderen Dr. Adam Kosa, Präsident des SINOSZ, gastgebender Organisator und Mitglied des Europäischen Parlaments, Colin Allen, Präsident des WFD, Zoltán Balog, Vertreter der ungarischen Regierung und Dr. Liisa Kauppinen, die Ehrenpräsidentin des WFD, Grußworte hielten.
Der Saal war beeindruckend und Videofilme von Kindern, welche die Gebärdensprachen der verschiedenen Länder der Welt zeigten, wurden auf zwei großen Leinwänden seitlich der Bühne projiziert. Zwei Künstler zeichneten live mit Sand auf einem Diaprojektor mehrere wunderschöne Bilder.

Es wurde deutlich, dass dies ein bedeutender Jahrestag für alle Gehörlosen sein wird, da der ungarische Regierungsminister, Zoltán Balog, bei seinem Grußwort verkündete, dass der 9. November von nun an der „Tag der ungarischen Gebärdensprache“ ist.
Es folgte tosender Applaus und alle freuten sich sehr.

Von 10-11 Uhr wurde eine ausdruckstarke Keynote-Präsentation von Victoria Manning, Vertreterin des neuseeländischen Gehörlosenverbands, zum Thema „Entwicklung der Gebärdensprach-Rechte für die Gehörlosen in Neuseeland“, gezeigt. Im Jahr 2006 wurde die neuseeländische Gebärdensprache (NZSL) offiziell zur Amtssprache erklärt. In Neuseeland leben etwa 4,8 Millionen Menschen, von denen 2.500-4.000 Menschen gehörlos sind. Victoria Manning teilte einige ihrer Erfahrungen zur Erlangung der offiziellen Anerkennung und informierte über die Fortschritte bezüglich der Gebärdensprachrechte.
Sie verdeutlichte das Problem, dass die NZSL-Gesetze größtenteils nur symbolischer Art sind und keine bedeutenden neuen Rechte für die Gehörlosen im Land hervorbrachten.
Vor allem wurden keine neuen Finanzmittel oder Ressourcen zur Umsetzung des offiziellen Status bereitgestellt. Dieser Status Quo setzte sich mit wachsender Unzufriedenheit in der Gehörlosengemeinschaft fort, bis zur Veröffentlichung eines Berichts der Menschenrechtskommission im Jahr 2013. Dieser übte Druck auf die Regierung aus, mehr Ressourcen bereitzustellen, um den offiziellen Status der NZSL zu erreichen.
Zwei Schlüsselinitiativen, die aus dem Bericht der Menschenrechtskommission hervorgingen, waren die Einrichtung eines von Gehörlosen geführten Dienstes, der NZSL Erwerbsunterstützung für Familien gehörloser Kinder im Vorschulalter bietet, und die Gründung des NZSL-Vorstandes, um bei der Förderung und Aufrechterhaltung von NZSL zu beraten, einschließlich der Zuweisung des NZSL-Fonds von 1,25 Millionen Euro pro Jahr.
Victoria Manning arbeitete während dieses Prozesses in Schlüsselpositionen, unter anderem als Regierungsangestellte, die bei der Entwicklung des NZSL-Gesetzes beriet und als Projektleiterin für den NZSL-Untersuchungsbericht der Menschenrechtskommission. Derzeit arbeitet sie als Eröffnungsvorsitzende des NZSL-Vorstands. Sie erläuterte einige Themen für gehörlose Menschen, die mit der Regierung zusammenarbeiten, um Fortschritte zu erzielen und gab Einblick in die Herausforderungen der fortschreitenden Gebärdensprachrechte.

Nach der Pause ging es mit der zweiten Keynote-Präsentation zum Thema „Eine gute gebärdensprachliche bilinguale Erziehung“ von Dr. Krister Schönström aus Schweden weiter.
In seinem Vortrag gab er einen Hinweis auf den bilingualen Unterricht und die bilinguale Erziehung. Er verdeutlichte dabei, dass ein Weg zu einer zugänglichen und erfolgreichen Bildung über die gebärdensprachliche bilinguale Erziehung führt. Diese bestehe vor allem aus vier Merkmalen, dem Fachunterricht, der Unterrichtssprache, dem Lehrer und dem Schulkontext, welche die Modelle der zweisprachigen Erziehung bestimmten.
Aus globaler Sicht entspricht Zweisprachigkeit bzw. Mehrsprachigkeit der Norm. Die meisten Menschen auf der Welt sind zweisprachig. In einigen Ländern, vor allem der westlichen Welt, hat die Zweisprachigkeit jedoch keinen besonderen Stellenwert. Für gehörlose Menschen ist die Bilingualität, d.h. die Verwendung von mindestens einer gebärdeten und einer gesprochenen Sprache, besonders wichtig, um ein erfülltes Leben zu führen und für die Zukunft vorzusorgen. Dennoch wurde die gebärdensprachliche Zweisprachigkeit lange Zeit zugunsten von einsprachigen mündlichen Bildungskonzepten diskutiert.

Die dritte Keynote-Präsentation wurde von Joni Oyserman und Mathilde de Geus aus Holland gezeigt. Sie beschäftigten sich mit „Gebärdensprache in der Familie“ und betonten dabei, dass es mehr denn je wichtig sei, sich auf gehörlose Kinder in hörenden Familien zu konzentrieren und darauf, welchen Stellenwert die Gebärdensprache in diesen Familien besitzt.
In den Niederlanden haben fast alle gehörlosen Kinder ein CI und sind in einer Regelschule eingeschrieben. Der Gebärdensprachunterricht für Eltern gehörloser Kinder habe seit 1994 lange Zeit nur aus Grundkursen bestanden. Wenn Eltern selbst um fortgeschrittenere Gebärdensprachkurse baten, seien sie oft auf Hindernisse gestoßen.

Seit 2011 gibt es Lehrpläne für Eltern, die sich an der Gemeinsamen Europäischen Referenz für Sprachen (GeRS) orientieren. Grundlegend für diesen Ansatz sei das Konzept der Mehrsprachigkeit, das Eltern gehörloser Kinder verspricht, nachhaltige und langfristige Kommunikationskompetenzen zu entwickeln, um die alltäglichen familiären Kommunikationsbedürfnissen zu erfüllen. Gebärdensprache müsse den Fortschritt der Bildungsentwicklung der gehörlosen Kinder unterstützen. Hierzu bedürfe es eines strategischen Essentialismus, um das Problem auf politischer Ebene hervorzuheben.
Zusammengefasst sei es für die Gehörlosengemeinschaft wertvoll und unabdingbar in Eltern zu investieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten, um eine gute Zukunft für die gehörlosen Kinder zu sichern.

Die nächsten Vorträge wurden parallel in zwei verschiedenen Räumen gehalten.
Dabei ging es um zwei Hauptthemen, „Die bilinguale Erziehung, eine bessere Zukunft für gehörlose Kinder“ und „Gebärdensprache in der Familie“ mit insgesamt 20 Unterthemen, über die jeweils ein Vortrag von 20 Minuten gehalten wurde.

Schließlich wurde von 17-18 Uhr ein zusammenfassendes Abschlusswort gehalten, wobei Fragen gestellt und beantwort werden konnten. Damit endete der erste Tag der Konferenz.

Der zweite Tag hat mit einer sehr interessanten einstündigen Podiumsdiskussion zum Thema „Unsere Rechte, unsere Stimmen“ begonnen, die Roberta Cordiano, Präsidentin der Gallaudet Universität, anleitete. Die vier Diskussionsteilnehmer, Helga Stevens aus Belgien, Dr. Gergely Tapolczai aus Ungarn, Colin Allen aus Australien und Jay Bunnac aus Thailand, berichteten über ihre Arbeit in Führungspositionen und über gemeinsame Erfahrungen.

Anschließend wurden parallel Präsentation zum Thema „Gehörlose Menschen auf dem Arbeitsmarkt“ und zum Thema „Kommunikative Barrierefreiheit und Zugänglichkeit von Kommunikationstechnologien“ mit jeweils 10 Unterthemen gehalten.

Der absolute Höhepunkt der Konferenz war der überraschende Besuch des ungarischen Premierministers Viktor Orbán, der eine umwerfende Rede für die Gehörlosengemeinschaft hielt, die hier im Anhang als deutsche Übersetzung beigefügt ist. Er betonte, dass es für kleine Sprachgemeinschaften, wie die ungarische Gemeinschaft und die gebärdensprachlichen Gemeinschaften, besonders wichtig ist, für die Rechte auf ihre eigenen Sprachen zu kämpfen. Das vereine die ungarische Bevölkerung mit der Gebärdensprachgemeinschaft. Des Weiteren hieß er alle Gehörlosen besonders willkommen in dem Land Ungarn, das als erstes Land die UN-Behindertenrechtskonvention und sein Fakultativprotokoll unterzeichnet und ratifiziert hat, und somit einen großen Beitrag für die Durchsetzung der Rechte gehörloser Menschen leistete.
Die ungarische Regierung unterstütze weiterhin die Initiative des WFD, welcher einen Welttag der Gebärdensprachen durchsetzen möchte.

Geschlossen wurde die Konferenz mit einem schönen Gala-Abend, an dem sich alle noch einmal über neue Erfahrungen und Anregungen austauschen konnten. Das Kulturprogramm wurde vor allem durch den gehörlosen amerikanischen Showmann, John Maucere, und das spanische Duo Maloes einzigartig.

Wir möchten uns recht herzlich beim ungarischen Gehörlosen- und Schwerhörigenverband SINOSZ und dem Weltverband der Gehörlosen (WFD) für die hervorragende Gastfreundschaft und den guten Ablauf der Konferenz bedanken. Es war eine tolle Zeit, in der wir viele Erfahrungen sammeln, uns weiterbilden und zahlreiche internationale Kontakte knüpfen konnten. Es war einmal mehr interessant zu beobachten, wie gut sich die Gehörlosengemeinschaft auch auf internationaler Ebene, mit den vielen verschiedenen Gebärdensprachen, versteht und miteinander kommunizieren kann. Bei den gesprochenen Sprachen klappt dies wahrscheinlich nicht so gut.

Wir freuen uns bereits auf den 18. Weltkongress des Weltverbandes der Gehörlosen unter dem Motto „Gebärdensprachrechte für alle“, welcher vom 23. - 27. Juli 2019 in Paris stattfindet.
Wir können allen empfehlen, sich den Termin schon jetzt im Kalender einzutragen und Vorbereitungen für die Reise nach Paris zu treffen. Es lohnt sich!

Die Pressemitteilung 15/2017 in pdf-Datei können Sie herunterladen und gerne weiterleiten.


Deutscher Gehrlosen-Bund e.V. sucht Verstrkung!

24. November 2017

Stellenausschreibung

Der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. sucht zum 1. Januar 2018 für die Bundesgeschäftsstelle und das Bundeskompetenzzentrum in Berlin

eine Verwaltungskraft (m/w)

Die Wochenarbeitszeit beträgt 30 Stunden. Die Stelle ist zunächst auf ein Jahr befristet.

Ihre Aufgaben:

  • allgemeine Organisations- und Verwaltungstätigkeiten
  • Finanzbuchhaltung
  • Verwaltung und Pflege der Datenbank
  • schriftliche Korrespondenz (bei Bedarf mit Arbeitsassistenz)
  • Unterstützung bei der Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen
  • organisatorische Vor- und Nachbereitung von Besprechungen

Ihr Profil:

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich oder ein vergleichbarer Abschluss mit mehrjähriger Berufserfahrung
  • umfangreiche Kenntnisse in der Finanzbuchhaltung
  • gute Kenntnisse der Deutschen Schriftsprache
  • ausgezeichnete Gebärdensprachkompetenz
  • Einsatzbereitschaft, Flexibilität, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
  • Freude an der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen
  • sicherer Umgang mit EDV (Word, Excel, Outlook, etc.) und dem Internet

Wir bieten:

  • eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit
  • ein teamorientiertes und freundliches Arbeitsklima
  • flexible Arbeitszeiten
  • leistungsgerechte Vergütung

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) senden Sie bitte bis zum 8. Dezember 2017 per E-Mail (bitte alle Dokumente als PDF-Dateien), oder per Post an:

Deutscher Gehörlosen-Bund e.V.
Prenzlauer Alle 180
10405 Berlin
vorstand@gehoerlosen-bund.de

Vorstellungsgespräche finden am 12./13. Dezember 2017 in Berlin statt.

Die Stellenausschreibung in pdf-Datei können Sie herunterladen und gerne weiterleiten.


Der Deutsche Gehrlosen-Bund e.V. feierte am 21.10.2017 in Bremen sein 90-jhriges Jubilum.

03. November 2017

An der Feier, welche im Borgfelder Landhaus in Bremen stattfand, nahmen insgesamt 180 Gäste teil und feierten gemeinsam mit uns das 90-jährige Bestehen des Deutschen Gehörlo­sen-Bundes e.V. Es war ein sehr schöner Abend und alles ist so abgelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben.

Die Moderatorin des Abends war Conny Khadivi, die alle Gäste zunächst begrüßte und das Programm eröffnete. Sie betonte die Besonderheit unserer Feier und machte auch darauf aufmerksam, wie sich die Lebensbedingungen der Gehörlosen im Laufe der letzen 90 Jahre verbessert haben und was der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. dazu alles beigetragen hat.

Nach einer kurzen Vorstellung der etwa 80 eingeladenen Gäste, begrüßte zunächst unser Präsident, Helmut Vogel, alle Gäste und brachte seine Freude über den vollen Saal zum Ausdruck. Ebenso herzlich begrüßte er den Schweizer Gehörlosenbund und den einzigen anwesenden Politiker an diesem Abend, Hubert Hüppe von der CDU, der von 2009 bis 2013 Bundesbehindertenbeauftragter war uns sich durch sein Engagement als besonderer Freund der Gehörlosengemeinschaft hervorgetan hat.

Helmut Vogel beschrieb anschließend, was 90 Jahre Deutscher Gehörlosen-Bund e.V. bedeu­ten und bezog sich dabei auf die drei Stichworte: Zusammenhalt, Engagement und Verant­wortung. Diese Worte sind besonders wichtig für unsere Geschichte. Er bedankte sich für die nun 90 Jahre währende, ehrenamtliche Zusammenarbeit insbesondere von gehörlosen Men­schen für die Interessen der Gehörlosengemeinschaft. Das zeige der heutige elfminütige Film zur Geschichte des Deutschen Gehörlosen-Bundes, der vom Geschichtsbüro Helmut Vogel erstellt wurde. Allerdings enthält dieser weniger Bilder über die Gehörlosen in der früheren DDR. Er wünsche sich, dass zum 100-jährigen Jubiläum des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V., die Geschichte des geteilten Deutschlands komplett vereint wird, damit diese weiterge­tragen werden kann. Abschließend wies er auf drei Ehrungen mit der Karl-Wacker-Plakette, einer ganz wichtigen Auszeichnung des DGB für die überregionale Gehörlosenarbeit, hin und wünschte allen, dass sie den Abend genießen.

Der zweite Redner, der sich mit einem Grußwort an die Gäste richtete, war unser Ehrenprä­sident und der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten - Selbsthilfe und Fachverbände e.V., Prof. Dr. Ulrich Hase. Er betonte, dass es seit 170 Jahren eine starke Gehörlosenbewegung gibt, ohne die er sich ein Leben gar nicht mehr vorstellen kann. Die Gehörlosen hätten in dieser Zeit auch viele Erfahrungen mit Diskriminierung, Bevormundung durch Hörende und die Unterdrückung der Deutschen Gebärdensprache erdulden müssen. Ab den 1980-er Jahren habe dann endlich ein Paradigmenwechsel stattgefunden und es ha­be allmählich mehr Verständnis für die Wichtigkeit der Anerkennung der Deutschen Gebär­densprache gegeben. Für die Gehörlosen sei es eine lange Zeit des Leidens gewesen und oftmals hätten sie sich geschämt, wenn sie DGS in der Öffentlichkeit verwendeten. Schließ­lich wurde ein neuer Weg eingeschlagen und heute gebe es für Gehörlose mehr Selbstbe­stimmung und das Prinzip des Empowerments. Jedoch seien gerade im privaten Bereich noch viele Probleme vorhanden, welche die Teilhabe an einer offenen Gesellschaft behinder­ten. Ulrich Hase ist der Meinung, dass Inklusion für die Gehörlosgemeinschaft nicht nur eine Chance ist, sondern auch eine Gefahr darstellen kann, wenn sie falsch verstanden wird.
Eine weitere Errungenschaft sei das Bundesteilhabegesetz, welches den Gehörlosen in Deutschland einige Türen öffnete, beispielsweise im Hinblick auf die Kostenübernahme für Dolmetscher im privaten Bereich.
Schließlich brachte er seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. ein starker Partner der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten - Selbsthilfe und Fachverbände e.V. sei. Die zahlreichen offenen Baustellen, könnten in Zukunft gemein­sam bearbeitet werden und dafür müsse noch viel getan werden.

Die dritte Rednerin des Abends war die Präsidentin des Schweizerischen Gehörlosen-Bundes (SGB-FSS), Tatjana Binggeli. Sie betonte die ereignisreiche Geschichte der vergangenen 90 Jahre und die besondere Zusammenarbeit und gute Partnerschaft des Schweizerischen und des Deutschen Gehörlosen-Bundes. Als besonderes Geschenk überreichte sie unserem Präsi­denten einen Scheck im Wert von 700 Euro.

Die vierte Rednerin war die Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes (ÖGLB), Helene Jarmer. Sie konnte leider an diesem Abend nicht persönlich erscheinen, da wir jedoch in modernen Zeiten leben, wurde sie per Videobotschaft im Saal begrüßt.
Die Gehörlosengemeinschaft sei wie eine Fußballmannschaft und müsse zusammenhalten, um etwas zu erreichen. Gemeinsam müsse man gegen den Hass, wie er beispielsweise bei Facebook verbreitet wird, kämpfen und die Gleichberechtigung aller Menschen durchsetzen.

Der letzte Redner, der sich mit einem Grußwort an alle richtete, war Karlheinz Kunze vom Fördervereins der neuen Bundesländer e.V. Er bedankte sich insbesondere bei Helmut Vogel für die gute Zusammenarbeit und den guten Austausch der letzten Jahre. Als Dank überreichte er unserem Präsidenten ein dickes Buch über die Geschichte der Gehörlosen in der DDR.

Nach den Grußworten wurde, durch den Film vom Geschichtsbüro Helmut Vogel über die Geschichte des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V., eine kurze Zeitreise unternommen. An­schließend veranstaltete Conny ein kleines Quiz mit uns. Wir wurden beispielsweise gefragt, wie viele Präsidenten der DGB in seinem 90-jährigen Bestehen schon hatte. Mit Helmut Vogel waren es 16, worunter bisher nur eine Frau war. Die richtige Antwort auf die Frage, wie viele Mitglieder der DGB hat, lautet 28.000.

Bei unserer Feier wurden drei Personen mit der Karl-Wacker-Ehrenplakette ausgezeichnet. Conny erklärte im Vorfeld, warum die Ehrenauszeichnung nach Karl Wacker benannt wurde. Dieser war der erste Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes nach der Nazizeit, und insgesamt der fünfte der gesamten Geschichte des DGB, und hob sich durch sein besonderes Engagement für die Gehörlosen in Deutschland hervor. Die Plakette wurde das erste Mal 1983 verliehen und seitdem wurden 29 Personen mit ihr ausgezeichnet. Die Ehrenplakette wird an Menschen verliehen, die sich aktiv für die überregionale Gehörlosenarbeit einsetzen.

Die erste Person, die an diesem Abend ausgezeichnet wurde, war der 75-jährige Herr Prof. Dr. Siegmund Prillwitz, der 1987 das Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommuni­kation Gehörloser an der Universität Hamburg begründete und bis 2005 leitete.
Er hat sich für die Anerkennung der Gebärdensprache als Minderheitensprache und gegen den Oralismus eingesetzt und gekämpft.
Die Laudatio über Herrn Prof. Dr. Siegmund Prillwitz hielt unser Ehrenpräsident Prof. Dr. Ul­rich Hase. Leider konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich erscheinen und die Ehrenplakette entgegennehmen und hat sich aus diesem Grund im Vorfeld mit einem Brief an Helmut Vogel gerichtet. Er bedankte sich für die besondere Ehrung und betonte hierbei auch die Leistungen der Gehörlosen selbst, die sich in den vergangenen 30 Jahren erfolgreich für die Anerkennung ihrer Sprache eingesetzt haben. Außerdem hat Ulrich Hase nicht vergessen zu erwähnen, dass Siegmund Prillwitz ihn gebeten hat, sich für das Amt des Präsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V. zu bewerben, um sich stärker auf politi­scher Ebene für die Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache einzusetzen. Ulrich Hase und Helmut Vogel werden die Karl-Wacker-Plakette nachträglich an Siegmund Prillwitz über­reichen.

Die zweite Person, die mit der Karl-Wacker-Ehrenplakette ausgezeichnet wurde, war Erhard Müller, welcher über Jahrzehnte hinweg hauptamtlich als Sozialberater in der Beratungsstelle für Hörgeschädigte und Gehörlose in Erfurt gearbeitet hat. Bereits zu Zeiten der DDR war er im damaligen Gehörlosen- und Schwerhörigenverband als Sekretär in der Bezirksorganisation Erfurt tätig. Außerdem war er ehrenamtlich als Vorsitzender des Landesverbandes der Ge­hörlosen Thüringen e.V. (1994-2010) und als Präsidiumsmitglied des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V. (1999-2009) tätig. Mittlerweile ist er Ehrenvorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Thüringen e.V. und Vorstandsmitglied des Fördervereins der Gehörlosen der neuen Bundesländer e.V. Die Laudatio hielt Martin Domke, Ehrenvorsitzender des Landes­verbandes der Gehörlosen in Sachsen.
Helmut Vogel übergab die Ehrenplakette feierlich an Erhard Müller, der sich vielmals für die Ehrung bedankte.

Schließlich erhielt als dritte Person Hans-Wolfram Kleefeld die Karl-Wacker-Ehrenplakette, welcher im Jahre 1963 mit seiner Vereinsarbeit begonnen hat und anschließend als Schrift­führer, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Gehörlosenvereins Nürnberg e.V. tätig war. Besonders hervorzuheben ist seine Gründung eines Kraftfahrervereins der Gehörlosen in Nürnberg, in dessen Rahmen er viele Kurse über Verkehrssicherheit angeboten hat. Über Jahrzehnte hinweg war er als Vorsitzender des Bezirksverbandes der Gehörlosen Mittelfran­ken e.V. ehrenamtlich tätig. Außerdem war er der erste gehörlose Erzieher in Deutschland und hat von 1972 bis 2004 hauptamtlich am Berufsbildungswerk für Hör- und Sprachgeschä­digte Nürnberg gearbeitet. Des Weiteren führte er zahlreiche LBG-Kurse für Hörende durch. Die Laudatio hielt Rudolf Gast, Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Bayern der Gehörlo­sen e.V.
Helmut Vogel übergab die Ehrenplakette nochmals feierlich an Herrn Kleefeld, der sich über die Auszeichnung freute und sich bedankte.

Drei besondere Auftritte hatte über den Abend verteilt der Gebärdensprachkünstler Giuseppe Giuranna, der uns mit seinen ausdrucksstarken poetischen Bildern beeindruckte, die für Ge­hörlose mit Musik verglichen werden können.

Im Anschluss bedankten sich fast alle Delegierten der 26 Mitgliedsverbände des Deutschen Gehörlosen-Bundes und einige Ehrengäste für unsere Arbeit und unser Engagement beim Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. der letzten 90 Jahre. Der Politiker Hubert Hüppe etwa erin­nerte uns daran, dass der Bund sich ehemals auch als Notgemeinschaft vereinigte, um für die Rechte der Gehörlosen in Deutschland zu kämpfen. Er hob besonders unsere Anliegen hervor, die gesellschaftliche Teilhabe sowie die Anerkennung der Deutschen Gebärdenspra­che durchzusetzen und lobte unsere Erfolge der letzten Jahrzehnte. Der Deutsche Gehörlo­sen-Bund engagiere sich auch besonders auf politischer Ebene, damit irgendwann jedem Menschen bewusst werde, dass die Gebärdensprache ein Menschenrecht ist. Hubert Hüppe möchte uns auch in den kommenden Jahren bei der Durchsetzung unserer Ziele unterstüt­zen, weil er glaubt, dass wir noch lange nicht am Ende des Weges angelangt sind und wir uns gemeinsam weiter für die Interessen der Gehörlosen in Deutschland und für deren Teil­habe einsetzen müssen. Er hofft, dass der gute Kontakt zum Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. bestehen bleibt und ist zuversichtlich, dass wir gemeinsam in den kommenden 10 Jah­ren viel erreichen werden.

Renate Reymann, Vorsitzende des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands e.V., hielt ebenfalls eine interessante Dankesrede über die Erfahrungen der sehbehinderten Men­schen in Deutschland, welche mit denen der Gehörlosen zu vergleichen sind. Sie plädierte für Chancengleichheit und brachte zum Ausdruck, dass damit sowohl die blinden, als auch die gehörlosen Menschen in Deutschland für die gleichen Rechte einstehen. Insbesondere die Taubblinden in Deutschland seien aufgrund der schwere ihrer Behinderung oftmals aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Man habe jedoch mit dem Merkzeichen TBL im Schwerbehin­dertenausweis schon viel erreicht. Sie wolle die gute Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. gerne in den nächsten Jahren weiter fortsetzen.

Der Höhepunkt unserer Jubiläumsfeier war, als die letzten 4 noch lebenden Präsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V. (Ulrich Hase, Gerlinde Gerkens, Alexander von Meyenn und Rudolf Sailer) und der aktuelle Präsident Helmut Vogel, gemeinsam auf der Bühne stan­den. Mit ihnen und allen Gästen hat das Präsidium mit einem Glas Sekt auf die Arbeit der letzten 90 Jahre und die weitere Zukunft des DGB angestoßen.

Wir möchten uns recht herzlich bei Sabine Schöning, Petra Sperling und Edgar Zehner vom Landesverband der Gehörlosen Bremen e.V. für ihre Mithilfe bei der Organisation bedanken. Als Dank überreichten wir dem Landesverband der Gehörlosen Bremen e.V. eine Pflanze, die im Gehörlosenzentrum in Bremen erblühen und alle daran erfreuen soll. Außerdem danken wir Patrick George und Rita Segelke für ihre Dolmetscherdienste und Conny Khadivi für die schöne Moderation des Abends. Beim Borgfelder Landhaus bedanken wir uns für die hervor­ragende Bewirtung und das gute Essen. Bei Danny Igerski und Tim Krenke bedanken wir uns für das Live-Streaming und die Technik im Allgemeinen. Oliver Bardt danken wir für das Fo­tografieren unserer Feier. Ein großes Dankeschön richten wir auch an Marco Strauß, der ebenfalls fotografierte und den Abend filmte.

Schließlich möchten wir uns bei unseren zahlreich erschienenen Gästen bedanken. Wir hof­fen, dass Ihnen der Abend gefallen hat und Ihnen für immer in guter Erinnerung bleibt.

Unsere Pressemitteilung 14/2017 in pdf-Datei können Sie lesen und gerne weiterleiten.

Videofilme:


DGB- Film 04/2017

13. Juni 2017 | Eindrcke zur Generalversammlung (GA) inkl. Seminar der European Union of the Deaf (Europischer Gehrlosenverband) vom 18.-21. Mai 2017 in Valletta/Malta

D. Büter, Beisitzer, und L. Herb, Referent für Sozialpolitik und Selbsthilfe, nahmen am Donnerstag und Freitag an EUD- Seminaren und anschließend an der jährlichen Mitgliederversammlung am Samstag und Sonntag teil.
Sie bringen euch die Eindrücke aus Malta mit nach Deutschland.

Das Präsidium des DGB gratuliert herzlich dem neuen Präsidium vom Europäischen Gehörlosenverband für die Amtszeit 2017-2021! Viel Kraft und Erfolg beim Engagement für die Barrierefreiheit und die Sprachenrechte für gehörlose/hörbehinderte Menschen auf europäischer Ebene!

Präsidium: Markku Jokinen (Präsident, Finnland), Gergely Tapolczai (Vizepräsident, Ungarn), drei Präsidiumsmitglieder Louise Danielsson (Schweden), Sofia Issari (Griechenland) und Daniel Büter (Deutschland)

Daniel Büter, unser DGB-Präsidiumsmitglied, ist als der dritte Deutsche in der 32jährigen Geschichte der EUD ins Präsidium gewählt worden. Vor ihm sind von 1985 bis 1989 Wolfgang Czempin und von 1992 bis 1994 Thomas Worseck im Präsidium gewesen. Viel Freude und Erfolg an Daniel Büter!

Das Video können Sie hier anschauen.


Pressemitteilung

09. Juni 2017 | von Karin Kestner

Karin Kestner, Gebärdensprachdolmetscherin und Verlegerin wurde am 07.06.2017 in Schauenburg für ihre Verdienste zur Integration von gehörlosen Menschen durch Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Karin Kestner setzt sich seit vielen Jahren dafür ein,  dass gehörlose Kinder Regelschulen besuchen dürfen. Seit Jahren hilft sie Eltern gehörloser Kinder ehrenamtlich die Rechte der Kinder bei den zuständigen Stellen durchzusetzen und vor Gericht einzuklagen. Nach jahrelangen Kämpfen durch alle Instanzen gaben die Sozialämter die Widerstände auf und die Gerichte gaben den Eltern Recht. Inzwischen ist es ein Stück weit einfacher geworden die Kinder mit Dolmetscher in Kindergärten und Regelschulen zu integrieren. Die Gebärdensprachdolmetscher wurden von Frau Kestner speziell zu diesem Thema geschult und weitergebildet, um die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen

Die Grundlage für die Integration ist aber, dass Eltern und Kinder Gebärdensprache beherrschen. Mit der Entwicklung von Lernprogrammen und Wörterbüchern für die Deutsche Gebärdensprache, insbesondere auch für Kinder, hat sie dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Zudem hat Karin Kestner auch das Recht auf Gebärdensprachkurse für Kinder und Eltern durchgesetzt. Der Nebeneffekt davon ist, dass gehörlose Dozenten jetzt vor Ort Unterricht geben können und so ganz individuell auf die Situation in der Familie eingehen können.

Der unermüdliche Kampf von Karin Kestner kam so nicht nur den Eltern Kinder zu Gute, sondern ebenso den gehörlosen Gebärdensprachdozenten und Dolmetschern. Zur Verleihung kamen Gehörlose aus nah und fern um Karin Kestner zu gratulieren.

Das Präsidium des DGB gratuliert der Karin Kestner zur verdienten Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz.


Peter Donath verstorben

31. Mai 2017

 

 

Der Ehrenvorsitzende des Bundeselternverbandes und der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten, Peter Donath, ist am Freitag, den 26. Mai 2017 im Alter von 76 Jahren gestorben.

Er war viele Jahre in der Verbandsarbeit für Gehörlose tätig, darunter Vorsitzender im Elternbeirat der Bayerischen Landesschule für Gehörlose in München, in der Elternvereinigung Hörgeschädigter in Bayern e.V., im Elternverband Deutscher Gehörlosenschulen e. V. (heute Bundeselternverband) und in der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e.V.

Er ist Träger der Karl Wacker Medaille des Deutschen Gehörlosenbundes e.V. sowie Träger des Bundesverdienstkreuz am Bande.

Wir trauern um einen großen Mann, der die Welt der Gehörlosen in Deutschland geprägt hat.

Der Trauergottesdienst findet in München-Perlach am Mittwoch, 7. Juni 2017 um 9:30 Uhr in St. Maximilian Kolbe, Maximilian-Kolbe-Allee 18, statt und die Beisetzung um 11:15 Uhr im Neuen Südfriedhof, Hochhäckerstraße 90.

Statt zugedachter Blumen und Kränze wird um eine Spende gebeten für den
Förderverein Palliativmedizin an der Universtät München e.V.,
Sparda Bank München eG, IBAN DE22 7009 0500 0003 9590 90, BIC GENODEF1S04
Stichwort "Peter Donath für SAPV".


Heute hat unser Deutsche Gehrlosen-Bund 90. Geburtstag!

01. Januar 2017 | Herzlichen Glckwunsch!!!

Der "Reichsverband der Gehörlosen Deutschlands" (kurz: Regede) wurde am 15./16.01.1927 in Weimar gegründet. Bei der Gründung waren Vertreter von 12 Landesverbänden und 12 größeren Vereinen sowie zahlreiche Gäste anwesend.
Fritz Albreghs wurde einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Schon im Oktober 1928 legte er sein Amt nieder. Nachfolger wurde Paul Hoppe.
Aber schon 1929 wurde Paul Hoppe bei der Reichsverbandstagung in Leipzig abgelöst. Willi Ballier übernahm das Amt des Vorsitzenden.

Die ersten Präsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes bzw. Reichsverband der Gehörlosen Deutschlands. (Siehe Bild)




Vertreterversammlung


Der DGB begeht im 2017 sein 90jähriges Bestehen - sein Rechtsvorgänger Regede wurde am 15./16.1.1927 in Weimar gegründet.
Hier das gemeinsame Foto vom Vorstand des Regede und den Vertreter/innen der Mitgliedsverbände im August 1927 in Hamburg.


Pressemitteilung von Pro Sieben

Pressemitteilung von PRO SIEBEN am 24.11.2016 über das Finale "Deutschland tanzt" insbesondere über die Tänzerin Kassandra Wedel.

Mit Kommentaren von Helmut Vogel, DGB-Präsident, Deutsche Gehörlosen-Jugend, Thomas Mitterhuber, Chefredakteur der DGZ und Marc Weigt, Chefredakteur der Life InSight.

Es wird seit zwei Wochen viel über Kassandra Wedel berichtet, und ebenso trifft es im indirekten Sinne auf die Gehörlosengemeinschaft zu.

Wir alle wünschen Kassandra weiterhin viel Erfolg im Finale!

(Foto: ProSieben/Jens Koch)


Bilder vom Tag der offenen Tr beim Bundesministerium fr Arbeit und Soziales (BMAS)

28. August 2016

Das Eingangsfoyer des BMAS stand unter dem Motto "Inklusive bewegt". Neben der Insel "Gebärdensprache" gab es eine zu "Taktile Gebärden", "Leichte Sprache" und "Blindenschrift".

Die Tage der offenen Tür der Bundesministerien sind nun bald vorbei.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund e. V. wurde durch Ludwig Herb und Lisa Leonhardt (AA) vertreten. Viele Personen kamen mit großem Interesse an den Stand über Gebärdensprache und haben grundlegende Gebärden gelernt sowie Flyer mit nach Hause genommen.

Somit können wir sagen, dass es ein voller Erfolg war und ein weiterer Schritt in der Aufklärungsarbeit.

Diese zweitägige Veranstaltung ist von der Stabsstelle der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung Verena Bentele koordiniert worden. Bentele hat sich über den Mittelpunkt des Themas Inklusive beim BMAS sehr gefreut. 

Siehe Bilder:

 

Information zur Gedenkveranstaltung fr die Opfer von Patientenmord und Zwangssterilisation in der NS-Zeit

03. September 2016 | zum Thema: Erinnern, Forschen, Gedenken

Bei der Gedenkveranstaltung werden die Grussworte und Vorträge gehalten.
Dabei wird der Film "Gehörlose Opfer der Zwangssterilisation und Euthanasie in der NS-Zeit"
teilweise von Helmut Vogel gezeigt. Flyer zum Programm siehe im Anhang.

Siehe das Video oder auf der Internetseite.

Die Gebärdensprachdolmetscher/innen sind vorhanden.

Einladungsbrief zur Gedenkveranstaltung finden Sie hier.


Tag der offenen Tr der Bundesregierung

01. August 2016


Liebe Interessierte,
die Bundesregierung und Ministerien öffnen wieder einmal ihre Pforten zum Tag der offenen Tür unter dem Motto „Ein Tag für Alle".
Wie jedes Jahr wurden Veranstaltungen und Führungen in DGS organisiert.

Tag der offenen Tür 2016 - Programmpunkte in DGS:

Dieses Jahr gibt es in den verschiedenen Ministerien 66 Veranstaltungen und Führungen in DGS.
Wer Interesse hat, kann einfach vorbeikommen.

WICHTIG: Bei einigen Führungen muss man sich eventuell vorher anmelden. Dies kann auf der Internetseite eingesehen werden!
Ein Personalausweis muss unbedingt für die Sicherheitskontrollen vorgezeigt werden.

Der DGB beteiligt sich selbst aktiv an einem Infostand im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Am Samstag von 10 - 18 Uhr und am Sonntag von 10 - 14 Uhr wird der DGB über die Gebärdensprache sowie über die taube Welt aufklären.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Kennenlernen des Regierungsviertels, Stöbern in neuen Bereichen und interessante Führungen.


Ableben vom 1. Ehrenprsident Dr. Yerker Andersson (WFD)

Im Namen des Deutschen Gehörlosen-Bundes sprechen wir unser tief empfundenes Mitgefühl an die Anghörigen und Freunde von dem Verstorbenen aus. Wir werden Dr. Yerker Andersson als einen ehrenwerten Menschen in Erinnerung behalten. Er ist ein großartiger Kämpfer für die Menschenrechte der Gehörlosen!



Übersetzung:
Der WFD betont seine tiefste Anteilnahme des Todes an seine Frau, Nancy Andersson. Dr. Andresson war 2 Perioden der Vize-Präsident des WFD (1975-1983) und 3 Perioden als WFD Präsident (1983-1995) aktiv.

Dr. Andersson war die erste gehörlose Person, welche an der Generalversammlung der United Nations (UN) im Jahre 1992 teilgenommen hat. Er wurde zum ersten Ehrenpräsident des WFD in 2011. Während seiner Zeit als Präsident des WFD, expandierte der WFD. Die Mitgliederzahlen stiegen rapide an, er erreichte Gehörlosenverbände aus jedem Kontinent und wurde aktiver in der Mitgestaltung und Befürwortung der Menschenrechte innerhalb der Vereinten Nationen (UN) und anderer internationaler Agenturen. Viele von uns kannten ihn als den vordersten Führer und Fürsprecher gehörloser Menschen auf der gesamten Welt. Wir ehren ihn und seine Arbeit und Erfolge durch den Ausbau seiner Arbeit. Wir werden die Menschenrechte gehörloser Personen allerorts ausbauen und fördern.

Link auf Englisch hier.


DGB-Prsidium seit 2 Jahren im Amt

16. Mai 2017

Am 5. Juli 2014 in Chemnitz ist das neue Präsidium des DGB für vier Jahre gewählt worden.

Das Präsidium bedankt sich herzlichst bei den Mitgliedsverbänden, ihren Vereinen und den Unterstützer/innen für den starken Zusammenhalt in den vergangenen zwei Jahren.

Hier das Foto der Bundesversammlung in Frankfurt am Main vom 31.10.-2.11.2014 mit dem unvergesslichen Fest der Solidarität und Vielfalt am 1.11.2014!

Das Präsidium, der Beirat und die Mitarbeiter des DGB setzen sich verstärkt für die Förderung der Gebärdensprache/Bilingualität, Barrierefreiheit und Chancengleichheit in allen Bereichen ein.

Auf zu unserem gemeinsamen Engagement! Nächstes Jahr begeht der DGB seinen 90. Geburtstag!


Fachtagung "Die Sozialwahlen 2017 und die Partizipation von Menschen mit Behinderungen"

Das Bundesteilhabegesetz ist heute endlich an die Verbände und die Länder freigegeben, das gab die Bundessozialministerin Frau Nahles erleichtert bekannt. Sie war in  Sorge in letzter Zeit. Ebenso zeigte sich Frau Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen erfreut darüber.


Von links: K. Wiesehügel, V. Bentele, A. Nahles, R. Pawelski.

Es war ein schöner Moment am Rande bei der Fachtagung "Die Sozialwahlen 2017 und die Partizipation von Menschen mit Behinderungen" am 26.4.2016 im Kleisthaus in Berlin, wo Helmut Vogel als DGB-Präsident und Sprecher der Liga Selbstvertretung teilnahm. Pawelski und Wiesehügel sind Bundeswahlbeauftragten für die Sozialversicherungswahlen.

 


Bericht ber die Fachtagung und Bundesversammlung 2016

17. Mai 2016

 

Der Deutsche Gehörlosen-Bund hat eine Fachtagung vom 8.-10.4.2016 in Brühl bei Köln in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert. 25 Teilnehmer/innen von den Landes- und Fachverbänden sind der Einladung gefolgt.

Das Video können Sie hier anschauen.

Sie lernten viel über die Rechnungslegung und Steuerrecht von zwei Wirtschaftsprüfern/Steuerberatern und bekamen mehr Einblicke in der Amtsperiode des vorherigen Präsidiums von 2009 bis 2014 von Michael Wohlfahrt, Schatzmeister und Helmut Vogel, Präsident. Die Fachtagung war ein wichtiger Schritt für die gemeinsame Aufarbeitung der Finanzkrise des DGB. Die Aufarbeitung wird bei der nächsten Bundesversammlung an einem Tag vom 21.-23. Oktober im Vordergrund stehen, damit der DGB gemeinsam gestärkt aus der Krise hervorgehen kann.

Nachtrag:
Bei Sehen statt Hören: Kurzer Bericht ab 12. Minute über die außerordentliche Bundesversammlung
Hier Kurzbeitrag