Deutscher Gehrlosen-Bund e.V.
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50. Direktorenkonferenz

09. Juni 2017 | 21.-24. Mai 2017 in Hildesheim

Etwa 70 Leiter/innen der Bildungseinrichtungen für Gehörlose und Schwerhörige und Professoren der Hörgeschädigtenpädagogik waren bei der Bundesdirekorenkonferenz in Hildesheim anwesend. Am 23. Mai vormittags stand das Thema Bundesteilhabegesetz mit geladenen Gästen im Vordergrund. Zuerst machte Helmut Vogel einen Einstieg zu diesem Thema (siehe die Präsentation vom DGB in PDF), bevor Ulrich Hase die Themen zu schulischen Bereichen und Teilhabe zur Bildung behandelte.
Danach beschrieben Hermann Vöcklinghaus die Perspektive bzgl. Teilhabe zur Arbeit und Katrin Pflugfelder die Erwartungen der Eltern zur sozialen Teilhabe. Es war ein ganz guter Austausch auf verschiedenen Seiten. Die Fortstetzung des Austausches zwischen dem DGB und der Budiko bzw. den Lehrerverbänden für Hörbehinderte wird vereinbart.


Foto:Christian Thomas

Foto:Christian Thomas

Foto:Christian Thomas

Foto:Christian Thomas

Auf dem Foto von links nach rechts:
Dietmar Schleicher, Vorsitzender der  Budiko
Ulrich Hase, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten
Hermann Vöcklinghaus, Berufsberater von der Agentur für Arbeit Essen
Katrin Pflugfelder, Präsidentin des Bundeselternverbandes gehörloser Kinder
Helmut Vogel, Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes
Heidemarie Kleinöder, stellvertretende Vorsitzende der Budiko

Bildungskongress 2016

09. Juni 2017 | Bericht ber die Resolution in der Homepage des Schweizerischen Gehrlosen-Bundes (SGB-FSS)

Bilinguale Bildung und Resilienz
Bilinguale Bildung unterstützt Kinder mit einer Hörbehinderung dabei, resiliente und selbstbewusste Erwachsene zu werden. Die Resolution für bilinguale Bildung ist ein politisches Instrument für die Gehörlosengemeinschaft im gemeinsamen Kampf für mehr Resilienz.

Der Weg der Resolution
Am Anfang steht die Idee: die Ergebnisse vom Bildungskongress sollen auch bei den politischen Entscheidungsträgern ankommen. Deshalb haben die nationalen Gehörlosenverbände über die Wünsche an und Formen von bilingualer Bildung diskutiert und aus den verschiedenen Meinungen ist der Entwurf einer Resolution entstanden. Dieser Entwurf wurde am Bildungskongress vorgestellt und verabschiedet.

Der Weg der Resolution geht nach dem Kongress weiter!
Die nationalen Gehörlosenverbände tragen die Resolution an die Bildungsverantwortlichen in ihrem Land weiter und kämpfen dafür, dass bilinguale Bildung für alle Kinder und Jugendlichen mit einer Hörbehinderung möglich wird.

Schaue die Videos an, in denen die drei Präsidenten der drei nationalen Gehörlosenverbände Deutschland, Österreich und Schweiz über die Resolution sprechen. 

(Quelle: http://www.sgb-fss.ch/gebaerdensprache/resilienz/resolution)


Stellungnahme des Deutschen Gehrlosen-Bundes e.V.

im Rahmen der 44. Bundesdirektorenkonferenz „Inklusive Bildung und Erziehung für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigung“

44. Bundesdirektorenkonferenz
29. Mai bis 01. Juni 2011 in Berlin

1. Grundsätzliches

„Jedes gehörlose Kind hat, unabhängig vom Grad seines Hörverlustes, ein Recht darauf, zweisprachig aufzuwachsen. Damit es seine kognitiven, sprachlichen und gesellschaftlichen Fähigkeiten vollständig erlangen kann, wird das Kind, so zeigt es die Forschung seit vielen Jahren, meistens zwei Sprachen beherrschen und benutzen müssen: Gebärdensprache und Lautsprache (letztere schriftlich und wenn möglich mündlich).“

Dieses Zitat von Professor Emeritus Francois Grosjean von der Universität Neuchâtel in der Schweiz trifft bereits alle wichtigen Aussagen in Bezug auf die Bildung gehörloser und anderer hörbehinderter Kinder.

Den weiteren Text finden Sie hier zum Herunterladen.


DGB-Film 13/ 2016

01. Juli 2016 | 3. Internationaler Bildungskongre in Bern/ Schweiz - Paneldiskussion

 

Der 3. Internationale Bildungskongress vom 01. bis 02. Juli 2016 in Bern wurde vom Schweizerische Gehörlosen-Bund (SGB-FSS) hervorraggend durchgeführt. Der Film zeigt die 30-minütige Paneldiskussion mit Roland Herrmann, SGB-FSS-Präsident; Helene Jarmer, ÖGLB-Präsidentin; Helmut Vogel, DGB-Präsident und Markku Jokkinnen, EUD-Präsident.

Am Ende des Films wird die Unterzeichnung der Resolution "Bilinguale Bildung schafft Resilienz" kurz gezeigt.

Bei einem unterhaltsamen Galaabend hat der SGB-FSS seinen 70. Geburtstag gefeiert.

Nach drei Bildungskongressen (2010 in Saarbrücken, 2013 in Wien und 2016 in Bern) wird der nächste Bildungskongress in Deutschland stattfinden!

Das Video können Sie hier anschauen.


Sprachen bilden. Bilinguale Frderung mit Gebrdensprache

Anregungen fr die Praxis

Die neue Veröffentlichung des Deutschen Gehörlosen Bundes e.V. zum Thema bilingualer Spracherwerb ist verfügbar. Die Broschüre "Sprachen bilden. Bilinguale Förderung mit Gebärdensprache - Anregungen für die Praxis" möchte Anregungen für die Erarbeitung von bilingualen Förderkonzepten für die Praxis geben sowie Eltern von hörbehinderten Kindern ermutigen, den Weg der Zweisprachigkeit in Deutscher Gebärdensprache und in Deutsch gemeinsam mit ihrem Kind zu gehen.

Möglich wurde die Erstellung der Broschüre "Sprachen bilden" dank der finanziellen Unterstützung des Projektes "Sprachen machen mich gesund!" durch das Bundesministerium für Gesundheit. Sie ist auch online verfügbar. Informationen über die Bestellungsliste mit den Versandkosten sind hier zu sehen.

Die Pressemitteilung 07/2016 anlässlich der Veröffentlichung finden Sie hier.

Auch ist ein Film über die Pressemitteilung gemacht worden,
dieser kann unter dem Link  eingesehen werden.


Bildungskongress in Bern (Schweiz): Ein reiches Programm

Haben Sie sich schon angemeldet für den Bildungskongress vom 1. und 2. Juli 2016 in Bern? Keine Sorge, Sie können es nachholen und sich noch anmelden! Rund um den Bildungskongress haben Sie auch die Möglichkeit, sich für das vielfältige Rahmenprogramm anzumelden; Stadtführungen durch Bern, Auftritt vom Theater Movo – und natürlich die Gala zur 70-Jahr-Feier des Schweizerischen Gehörlosenbundes.

Das Programmheft können Sie hier herunterladen.  


Pressemitteilung von CDU / CSU-Bundestagsfraktion

03. Juni 2016 | Gebrdensprache aufwerten - Teilhabe von Gehrlosen verbessern

Der DGB begrüßt die Initiative von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dass die Gebärdensprache in den regulären Schulen unterrichtet wird und somit aufgewertet wird, wie es schon lange in den USA geschehen ist und in einzelnen Bundesländern in Deutschland noch umzusetzen ist: "Möglichst viele Menschen müssen motiviert werden, diese Kommunikationsform zu erlernen." Die Kultusministerkonferenz wird sich demnächst damit befassen.

Kultusministerkonferenz unterstützt Gebärdensprache in Regelschulen

Die Deutsche Gebärdensprache ist seit 2002 als eigene Sprache in Deutschland anerkannt. Mehr als 80.000 gehörlose Menschen nutzen sie als ihre Muttersprache. Dazu erklärt der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Uwe Schummer:„Die Voraussetzung für Teilhabe in unserer Gesellschaft ist, dass Menschen mit ihrer Umwelt kommunizieren können. Dieses Recht ist für die über 80.000 Menschen mit einer Hörbehinderung hierzulande nicht ausreichend umgesetzt. Für sie gibt es derzeit in ganz Deutschland nach Angaben des Deutschen Gehörlosen-Bundes nur etwa 800 Dolmetscher, die die Gebärdensprache beherrschen.

Wenn wir auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sowie im Privatbereich Barrierefreiheit erreichen wollen, dann ist einer der ersten Schritte, die Gebärdensprache aufzuwerten. Möglichst viele Menschen müssen motiviert werden, diese Kommunikationsform zu erlernen.

Deshalb hat die Unionsfraktion die Kultusministerkonferenz (KMK) angeschrieben und darum gebeten, die Gebärdensprache als Unterrichtsfach in Regelschulen einzuführen. Die KMK-Vorsitzende Claudia Bodega unterstützt dieses Anliegen und hat das Schreiben der Unionsfraktion an die Mitglieder der Kulturministerkonferenz weitergeleitet.  Die Gebärdensprache wird dieses Jahr in den Ländern Berlin, Brandenburg und Hamburg als Wahlfach eingeführt.

Die KMK hat die Länder zudem aufgefordert, individuelle Wege für Schüler mit einer Hörbehinderung zu finden, damit sie ihr Abitur machen können, auch wenn sie keine zweite Fremdsprache vorweisen können. Wenn sie alle anderen Voraussetzungen erfüllen, sollten sie ihre Hochschulreife erlangen können.

Die Unionsfraktion will Bildungschancen für gehörlose Menschen verbessern. Dazu gehört auch die Stärkung der Gebärdensprache. Alle anderen Bundesländer sind jetzt am Zug, die Gebärdensprache in den Regelunterricht zu integrieren.“

Siehe hier die Quelle.


Pressemitteilung 6/ 2016

29. April 2016 | Sprache und Kognition - und der Bedarf an bewusstseinsbildenden Manahmen bei Angehrigen der Gesundheitsberufe

Eine am 4. April 2016 veröffentlichte Presseinformation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit dem Titel „Hören und Denken sind eng verbunden“[1] hat in der Gehörlosengemeinschaft für viel Diskussion gesorgt. Die Pressemitteilung, in der die Beziehung von Sinneserfahrungen und Kognition thematisiert wird, weckt den Eindruck, dass kognitive Fähigkeiten ausschließlich über das Hören ausgebildet werden könnten. Die für diese Hypothese zugrunde liegende Untersuchung der MHH konzentriert sich jedoch ausschließlich auf die Wahrnehmung akustischer Reize und berücksichtigt in keiner Weise den visuellen Input für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten.

Professor Dr. Christian Rathmann, Leiter des Instituts für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser an der Universität Hamburg, hat bereits mit einer Stellungnahme[2] reagiert. In dieser weist er auf vorliegende Studien hin, die sich mit visueller Wahrnehmung und der Ausbildung kognitiver Fähigkeiten befassen. Als Schlussfolgerung aus diesen Studien fasst Prof. Dr. Rathmann folgendes zusammen:

„Es ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung, dass einem Kind, bei dem eine Hörbehinderung festgestellt wurde, so schnell wie möglich [...] gebärdensprachlicher als auch lautsprachlicher Input […] im vollen Umfang zugänglich gemacht wird. Der Vorteil am gebärdensprachlichen Input ist der, dass das Kind ohne jede Verzögerung seinen Spracherwerb und in der Konsequenz gleichzeitig auch eine altersgemäße kognitive Entwicklung vollziehen kann.“

 Der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. dankt Prof. Rathmann für diese klaren Worte. Denn genau dafür engagiert sich der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. seit vielen Jahren: Dass Kinder mit einer Hörbehinderung frühen Zugang zur Deutschen Gebärdensprache erhalten und sie bimodal-bilingual mit Gebärdensprache und gesprochener Sprache aufwachsen können. Die Erkenntnis, dass der Gebärdensprache eine wichtige Bedeutung für eine gesunde sprachliche und – unmittelbar damit verknüpft – kognitive Entwicklung von Kindern mit einer Hörbehinderung zukommt ist keineswegs neu. Dass sie darüber hinaus auch für die sozial-emotionale und psychische Kindesentwicklung wichtig ist, wurde vom Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. bereits in verschiedenen Publikationen dargelegt.

 Mit diesen Publikationen verfolgt der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. unter anderem das Ziel, Aufklärungsarbeit über Gehörlosigkeit und Gebärdensprache zu leisten und eine Bewusstseinsbildung im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) zu fördern. Die Pressemitteilung der MHH macht deutlich, dass in diesem Bereich noch einige Defizite bestehen. Durch die rein medizinisch-therapeutische Fokussierung auf den Hörsinn und seine vermeintliche „Reparierbarkeit“ werden die wirklichen Bedürfnisse hörbehinderter Menschen ignoriert. Das internationale Forschungsteam kommt laut Pressemitteilung der MHH zu dem Schluss, dass eine gesunde kognitive Entwicklung ausschließlich durch Kompensation der Gehörlosigkeit und einer zielgerichteten Förderung des Hörens und des (Laut-)Spracherwerbs möglich ist. Diese Aussagen erwecken den besorgniserregenden Eindruck, dass den beteiligten Medizinern einschlägige Forschungserkenntnisse zu bilingualer Sprachentwicklung mit Laut- und Gebärdensprache bei Kindern mit Hörbehinderung unbekannt sind. Hier zeigt sich, dass noch viele bewusstseinsbildende Maßnahmen erforderlich sind, um bei den „Angehörigen der Gesundheitsberufe [...] das Bewusstsein für die Menschenrechte, die Würde, die Autonomie und die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen [zu] schärfen“ (UN-BRK Artikel 25 d).

Die Besonderheit in der Wahrnehmung der Welt unter der Bedingung einer Hörbehinderung beinhaltet per se eine eingeschränkte Zugänglichkeit zu gesprochener Sprache. Dass daran auch die Hörprothese Cochlea-Implantat nur bedingt etwas ändert, sagen die MHH-Forscher selbst. Denn Ausgangspunkt für ihre Studie „war die Tatsache, dass durch die Versorgung von gehörlosen Kindern mit Innenohrprothesen (Cochlea-Implantaten) ein Hördefizit zwar kompensiert werden kann, aber fast ein Drittel der Kinder […] trotz früher Versorgung nicht die Erwartungen der Kliniker hinsichtlich ihres Erwerbs an Sprachverständnis“ erreicht.

Genau hier gilt es anzusetzen: Notwendige Voraussetzung für eine gesunde kognitive Entwicklung hörbehinderter Kinder ist der vollständige Aufbau und der altersgemäße Erwerb von Sprache. Um diesen zu fördern, ist die Einbeziehung der Deutschen Gebärdensprache in der Frühförderung und in der Rehabilitation nach der Implantation einer Innenohrprothese unbedingt erforderlich. So können mögliche kognitive Defizite ausgeglichen und eine gesunde frühkindliche Gesamtentwicklung erreicht werden.

 Weiterführende Literaturhinweise:
„Gebärde mit mir!“ (Flyer) online verfügbar hier bei Publikationen.

„Bilingual aufwachsen. Gebärdensprache in der Frühförderung hörbehinderter Kinder“
(Broschüre, 64 Seiten) online verfügbar hier bei Publikationen.

„Mein Kind. Ein Ratgeber für Eltern mit einem hörbehinderten Kind“
(Broschüre, 132 Seiten), online verfügbar hier bei Publikationen.

Die Pressemitteilung des DGB zu Sprache und Kognition als PDF.
Die Stellungnahme von Prof. Herr Rathmann können Sie hier lesen.

[1] Presseinformation vom 04.04.2016 der Medizinischen Hochschule Hannover, online verfügbar hier.

[2] Stellungnahme zur Pressemitteilung der MHH vom 21.04.2016, online verfügbar hier.


Kurzbericht vom Multiplikator*innenseminar

23. Januar 2016

Am 23. Januar 2016 fand in Hamburg ein Multiplikator*innenseminar zum Thema „Gebärdensprache und bilinguale Frühförderung – Zweisprachige Kommunikation gehörloser Kinder als Ausgangsvoraussetzung für eine stabile Gesundheit als Erwachsene“ statt.

Die Veranstaltung begann bereits am Vorabend mit einem lockeren „Warming-Up“ zum gegenseitigen Kennenlernen und den Austausch untereinander. Am Samstag eröffnete Dr. Ulrike Gotthardt, Beisitzerin im Präsidium des DGB das Seminar. Anschließend stellte Projektleiterin Bettina Herrmann kurz das Projekt „Sprachen machen mich gesund!“ vor und übernahm die Tagungsleitung.

Hier der Kurzbericht in PDF.


44. Bundesdirektorenkonferenz

Inklusive Bildung und Erziehung fr Kinder und Jugendliche mit Hrschdigung

Der DGB war dabei.

Traditionell tagen die Schulleiter einmal jährlich vor dem langen Himmelfahrtswochenende, um sich über neueste Entwicklungen oder Themen auszutauschen. Das diesjährige Treffen der Bundesdirektoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg findet aktuell in Berlin statt. Für Montag, den 30.5. hat der Vorstand der Bundesdirektorenkonferenz, Herr Eitner vom Bildungszentrum Hören und Kommunikation Hamburg und Frau Belli vom Hör-Sprachzentrum der Zieglerschen Anstalten Ravensburg, in das Berliner Kleisthaus eingeladen. Dort, am Sitz des Beauftragten der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, hatten der DGB neben dem  Deuschen Schwerhörigenbund e.V., dem Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V., der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. und der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten-Selbsthilfe- und Fachverbände e.V., Gelegenheit in einem 15-minütigen Statement eine Stellungnahme abzugeben. Gefragt war: Was erwarten die Verbände von ener Schule der Zukunft? Was soll diese Schule leisten? Unter welchen Bedingungen sehen sie schulische Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe verwirklicht? Zu diesen Fragen hat der DGB eine Stellungnahme herausgegeben die sie hier anschauen können. In ihrem Vortrag betonte Präsidiumsmitglied Sabine Fries u.a. folgendes:

Warum wir heute trotzdem gegen einen allgemeinen und pädagogischen Trend für den Erhalt der Schulen plädieren?

Wir sind überzeugt: Diese bieten unserem Nachwuchs immer noch die besten Chancen. Gemeinsames Leben und Lernen führt zu einer starken sprachlichen und kulturellen Identität.

ABER:

Dafür brauchen wir Schulen, die mit der Inklusion zuerst bei sich selber anfangen. Die Schulen müssen sich Im „Geiste“ der Resolution von Vancouver verändern, erneuern und reformieren (...)

Der Bundeselternverband e.V. hat in seiner neuesten Broschüre „Verortung der Gebärdensprache in Erziehung und Bildung“ einen hervorragenden Vorschlag gemacht: Die Entwicklung eines neuen Schulmodells nach dem Vorbild der Europaschulen. Damit wird auch eine der zentralen Forderungen des DGB Rechnung getragen.  Die Präsidentin des Bundeselternverbandes, Katja Belz, stellte das Modell einer bilingualen Schule nach dem Vorbild der Berliner Europaschulen souverän vor. Ines Helke vom DSB e.V. betonte die Gleichwertigkeit der Sprachen: Auch Schwerhörige brauchen die Gebärdensprache und wollen sie lernen, also müssen sie diese in der Schule als Unterrichtsfach angeboten bekommen. Auch für den Präsidenten der DCI-Gesellschaft e.V., Franz Herrmann, war „Bildung, Bildung und nochmal Bildung“ eine der zentralen Forderungen, wenn auch der Weg dorthin nicht dem von allen anderen Verbänden befürworteten bilingualen Ansatz entspricht. Dr. Ulrich Hase von der DG e.V. schließlich kam in seinem Schlußwort auf das einleitende Grußwort des Gastgebers zurück: Herr Einstmann, in Vertretung des Bundesbehindertenbeauftragten Herrn Hubert Hüppe hatte hier bereits eine bilinguale Schule gefordert, in der die Deutsche Gebärdensprache gleichwertig und in vollem Umfang Unterrichtssprache und Unterrichtsfach ist.

Wir dürfen gespannt sein, was die Bundesdirektoren von ihrer aussergewöhnlichen  diesjährigen Tagung mit nach Hause nehmen und wie dieser aktuell begonene Dialog fortgeführt wird!